15 August 2014

Kelly's Corner: wie massgeschneidert!



Mit Handtaschen ist das ja immer so eine Sache. Die, die man richtig toll findet sind sündhaft teuer. Viele sind schön, haben aber einfach das falsche Format, zuviel Schnick und Schnack oder die Farbe passt irgendwie nicht. Was bleibt? Frau näht sich die "ideale" Tasche einfach selber!








… weil ja gerade Ferienzeit ist, habe auch ich mal einen Tag lang sämtliche Arbeits-, Haushalts- und Wäscheberge Berge sein lassen und habe Stoffe, die schon viel zu lange herumlagen, zu einer perfekt für mich zugeschnittenen Handtasche verarbeitet.

Da ich mit 1,60 nicht gerade ein Riese bin, müssen meine Taschen eher querformatig sein. Klappen mag ich gar nicht und zu viele aufgesetzte Taschen auch nicht, weil ich meistens doch vergesse was ich dort hineingesteckt habe. Eine kleine Handytasche im Futter genügt mir. Auf einen Verschluss oben kann ich gut verzichten, denn ich muss immer schnell an meine Sachen heran kommen. Geklaut worden ist mir zum Glück noch nie etwas.






Den Kontrast der beiden schwarzen Stoffe (mattes Nopren und Lederimitat mit leichtem Glanz) fand ich sehr spannend und als einzige Verzierung habe ich mich für ein dekoratives &-Zeichen entschieden.

Beide Stoffe hatte ich mal bei Stoff und Stil bestellt. Das Büffelleder-Imitat (immer noch im Programm) hat eine graue flanellartihge Rückseite und der Neoprenstoff eine graue Fleece-Rückseite. Trotzdem habe ich für das Futter auch das Lederimitat gewählt – ich wollte es einfarbig haben.






Hier meine Nähanleitung.

Der Schnitt ist so einfach, dass ich ihn gar nicht aufzeichnen muss: 

• Taschenteile 4 x zuschneiden (40 x 29 cm)
die unteren Ecken habe ich mit einer CD als Schablone abgerundet
• Seitenteil 2 x zuschneiden (18 x 97 cm)
• Henkel 2 x zuschneiden (6 x 65 cm  + 65 cm Gurtband ca. 2 cm breit)
• Vorlage für Applikation (hier &-Zeichen Schrift Avantgarde 19 cm hoch)
•  evtl. Viesofix oder Uhu

Applikation auf die Vorderseite aufsteppen (entweder mit Vliesofix bei normalen Stoffen oder hier mit ein paar Tropfen Uhu fixieren, damit nichts verrutscht. Uhu nur bei sehr dicken Stoffen verwenden, da dieser leicht durchschlägt, bitte vorher ausprobieren!) Wer im Futter noch eine kleine Handtasche haben möchte, näht diese vor dem Zusammennähen auf. Außentasche zusammennähen, die Innentasche habe ich einen Steppfuß breit kleiner genäht. Die Nähte konnte man bei diesen Stoffen schlecht auseinander bügeln, also habe ich sie nur vorsichtig mit einem Tuch "in Form" gedämpft. Außen- und Innentasche auf die entsprechende Seite drehen und an der oberen Kante zusammenstecken, einmal absteppen. Dann oben einen ca. 4 cm breiten Streifen Neopren (Länge vorher ausmessen) annähen, nach oben umschlagen und unter dem Wulst fest steppen. Evtl. innen überschüssige Nahtzugabe abschneiden.
Tunnel für die Henkel nähen. Mit einer Sicherheitsnadel umdrehen und das Gurtband einziehen. Die Henkel an gewünschter Stelle festnähen und innen mit ein paar Stichen festheften. In die Seitenteile eine Falte durch eine ca. 5cm lange Naht nähen Beide Stoffe ließen sich wunderbar mit einer normalen Nadel nähen.










Meine neue Tasche ist natürlich schon schwer im Einsatz und hat sich bestens bewährt. :-) Leider hatte ich wohl ein Gurtband im Henkel nicht mit fest genäht und langsam hat sich der Henkel etwas gedehnt. Ich hatte mich schon gewundert warum  er mir dauernd von der Schulter rutscht – tja, da muss ich wohl noch mal ran…

Mit lieben Grüßen

Kelly

01 August 2014

Kelly´s Corner: Ein echter Oldtimer



Manches selbst gemachte findet man nach Jahren immer noch soooo schööön und manches hätte man eigentlich ganz gerne schnell wieder los. ;-) Ihr wisst bestimmt was ich meine.

Jetzt muss ich Euch unbedingt zeigen, was ich neulich im Schrank meines großen Sohnes wieder entdeckt habe. Dieses Zebra ist ein echter Kuscheltier-Oldtimer: ich habe es vor 14 Jahren selbst genäht! Unser Söhnchen hatte es damals zu seinem ersten Weihnachtsfest bekommen – und er hat sich so gefreut…





Später wurde es von ihm sorgsam im Schrank aufbewahrt, als es langsam ein bisschen peinlich wurde, noch Kuscheltiere im Teenager-Zimmer zu haben.




Den Schnitt hatte ich selbst entworfen und finde die Form eigentlich immer noch sehr gelungen. Damals hatte ich das gesamte Tier mit der Hand genäht, weil ich mit elastischen Stoffen noch ein bisschen auf Kriegsfuß stand. Der Stoff ist wunderbar, ein ganz weicher grau-weiß gestreifter Nickistoff.




 

Zum Glück haben wir noch zwei jüngere Kinder die das "alte" Tier inzwischen liebevoll adoptiert haben.





Ja klar… weil es doch so niedlich ist und man aus dem Zebra auch ein weißes, braunes oder schwarzes Pferchen machen könnte, oder eins mit Punkten wie der "kleine Onkel" von Pippi Langstrumpf, habe ich den Schnitt noch mal neu vom Tier abgenommen und für Euch aufgezeichnet.

Hier könnt Ihr euch das Schnittmuster herunterladen. Das PDF ist in DIN A3 angelegt und damit in Originalgröße. Wer es auf DIN A 4 ausdrucken möchte: entweder in zwei Teilen oder mit 71%.

Verwenden könnt Ihr eigentlich alle Stoffe die Euch gefallen. Bei elastischen Stoffen muss man vielleicht beim Mittelstreifen zwischen den beiden Körperteilen etwas aufpassen, dass es sich nicht zu sehr in die Länge zieht. Ich kann mich noch erinnern, dass ich ein bisschen Probleme mit den Beine hatte, die standen zu weit auseinander. Also habe ich dem Tierchen noch eine Bauchfalte verpasst, dann war es besser. Ich denke auf den Bildern sieht man ganz gut wie es genäht ist. Wer sich unsicher ist, sollte auf jeden Fall vorher die Stoffteile zusammen heften, da kann man immer gut erkennen ob alles passt.

Viel Spaß und vielleicht schickt mir der ein oder andere ein Bild von seinem persönlichen Zebra – ich würde mich freuen!

Liebe Grüße
Kelly

PS: Vielen Dank für die lieben Kommentare zu meinem letzten Post!!!!!!!
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